Archiv Dialoge

29.10.2020

Verbundenheit und Mikrobiom

Prof. Dr. Gabriele Berg (TU Graz)

Mit einer anschließenden Podiumsdiskussion
mit Dr. Beatrix Teichmann-Wirth, Trauma- und Psychotherapeutin
Shinko Andreas Hagn, Zen-Priester und Seelsorger
moderiert von Susanne Halbeisen, Obfrau von 1000 Hände

Verbundenheit – was bedeutet das eigentlich?
 
In der Wissenschaft liefert die Erforschung des Mikrobioms den Beweis für unsere Verbundenheit mit allen Dingen. Ganz egal ob mit Menschen, mit Tieren oder mit Pflanzen. Unter Mikrobiom versteht man die Ansammlung verschiedener mikrobiotischer Kleinstwesen wie Pilze, Bakterien, Viren usw. Jederzeit und überall kommunizieren diese Millionen verschiedener Lebewesen miteinander: wenn wir einen Apfel essen, nehmen wir nicht nur sein Mikrobiom auf, sondern der Apfel bekommt auch etwas von uns ab; dasselbe passiert, wenn wir durch einen Wald gehen oder schweigend nebeneinander sitzen. Wir tauschen uns permanent aus.
Frau Prof. Berg ist eine der weltweit führenden Wissenschaftlerinnen auf diesem Gebiet. Verbundenheit existiert nicht nur auf dieser Seinsebene. In der Psychologie wird sie über die Intersubjektivität definiert. Im Buddhismus ist sie eine der grundlegenden Einsichten und wird oft symbolisch dargestellt als „Indras Netz“, in dem alles mit allem verbunden ist.